Kreuz und Quer - Ein Bericht von Pascal Pieschke

`Kreuz & Quer` am Sachsenwald

Was könnte ein Golf-Turnier eigentlich mit Weltpolitik zu tun haben? Tja, `Kreuz und Quer` beschreibt in diesen Tagen ja durchaus einige dieses Thema betreffende Dinge sehr gut. Ob es sich da nun um einen Herren dreht, der seinen Nachnamen in der deutschen Übersetzung mit den Eigenschaften der Buben eines allseits beliebten Kartenspiels teilt, oder um ein weiteres Staatsoberhaupt, welches vorne `Boris`, aber hinten nicht `Becker` heißt` - beinahe überall ein Durcheinander ohne feste Richtung.

Doch wir machen in dieser Angelegenheit aus der Not eine Tugend - zumindest einmal im Jahr, wenn Hans-Jörg Johannsen das beliebte `Kreuz & Quer`-Turnier organisiert. An diesem Tag wird der halbe Platz einfach mal komplett auf den Kopf gestellt, plötzlich ist nichts ist mehr so, wie es einmal war. Und die Teilnehmer starten weitgehend ohne Plan, was sie in der näheren Zukunft erwarten wird. Klingt auch irgendwie ziemlich vertraut, was oben genannte Zusammenhänge angeht ...

Was aber auf internationaler Ebene derzeit für fortgesetzte Verwirrung sorgt, wird bei uns auf ganz regionaler Ebene dann vollkommen anders umgesetzt. Kein Wunder, denn hier findet sich dank Hans-Jörg auch im Chaos Ordnung. Und seine neue Ordnung war nicht ohne. Er beschäftigt sich seit über 20 Jahren regelmäßig mit der spaßgerechten `Zerteilung` des Platzes und lief auch in diesem Jahr wieder zu Höchstform auf.

Gemeinsam mit Ehefrau Sabine und dem insgesamt achtbeinigen Kompetenzteam Bruno und Oskar kreierte er, glücklicherweise ganz ohne auf neue Zollgrenzen achten zu müssen, auf den Backnine 10 völlig neue Löcher. Darunter einige Par 6 Löcher und sogar ein `Par 8`-Loch, was sicherlich besonders dem oben genannten Herrn aus Übersee mit dem Hang zu Superlativen viel Freude bereitet hätte - bevor er wegen Befahrens des Grüns mit dem Golfcart sicher disqualifiziert worden wäre ...

An der 10 ging es noch ganz entspannt mit einem Par 3 auf den ehemaligen linken Fairway-Bunker los. Dann wurde neben dem Wasserhindernis in Richtung Grün der 10 Abgeschlagen. Soweit so gut. An der 11 komplizierte sich die Lage ein wenig. Vom Weg zwischen den Löchern musste die 11 gemeistert werden, über sämtliche Büsche hinweg, bevor vom Original-Abschlag der 12 dann das Grün der 14 ins Visier genommen wurde - allerdings nicht ohne vorher einen Pflichtschlag in den langgezogenen Bunker auf der rechten Seite absolviert haben zu müssen. 

An zwei Löchern (links vom Abschlag der 14 auf das Grün der 15 und vom Anschlag der 11 auf das Grün der 17) musste dann auch noch zwischen den großen Pappeln hindurchgespielt werden. Die hätte der berühmte Herr aus Übersee sicher direkt vor seinen Schlägen fällen lassen, natürlich erst, nachdem er vorher unseren Platz gekauft hätte ...

Dasselbe hätte dieser Herr dann wohl auch mit einigen der neu gestalteten `Fairways` gemacht, deren Haupt-Bewuchs etwas über 10 Meter hoch und mit grünbrauner Borke ummantelt war. Ob er nun den Bunker an der 12, in den man absichtlich hineinspielen musste, noch rechtzeitig hätte zuwachsen lassen können, wage ich zu bezweifeln, denn Gras wächst ja bekanntlich nicht schneller, wenn man daran zieht - ganz egal, wer daran zieht.

Na ja, aber uns Normalverbrauchern, die weder über eigene Bulldozer, noch über die finanziellen Mittel verfügen, den Platz vor den jeweiligen Schlägen spontan umzugestalten, oder gar ein Referendum über die Ergebnisse entscheiden zu lassen, blieb nichts anderes übrig, als unser Glück mit den Golfschlägern zu versuchen.

Und das war tatsächlich ein echter Spaß -  und ganz ohne Entfernungsmesser eine ebensolche Herausforderung. Mit Fliegenpilzen und Blättern auf den `Fairways`, ohne Sicht aufs Grün, mit viel zu hohen Bäumen, die auch noch viel zu dicht stehen, hämisch dreinblickenden Eichhörnchen und missgünstig krächzenden Krähen. Mal etwas ganz anderes auf dem sonst so gewohnten Terrain mit einem Finale aus leckeren Grill-Würsten, viel Senf und leckerem, warmen Apfelsaft mit Calvados.  

Aber es ist beim Golf doch wie im Leben: Ein Perspektivwechsel ist immer ein Gewinn und zeigt so selbstverständlich gewordene Sachen in völlig neuem Licht.

Und bei allem ist es doch die Kunst, aus dem Durcheinander ohne feste Richtung eine schlüssige Angelegenheit zu machen. Vielleicht könnten sich die Herren mit den eigenwilligen Frisuren mal am Sachsenwald inspirieren lassen, wie man aus einem Durcheinander eine schlüssige Sache macht - dann klappt´s am Ende vielleicht auch noch mit einer festen Richtung.

Pascal Pieschke

Die treffsichersten kreuz & querenden Damen und Herren:
Ute Marohn-Miesner, Nicole Obrock (je 25 P)
David L. Wüpper (32 P), Dieter Allers (31 P), Sascha Ohmsen (30 P)

KreuzQuer

Unsere Senioren in der AK 70/1 Klasse B 2 schaffen souverän den Aufstieg in die Klasse A - ein Durchmarsch

Das letzte Spiel fand bei uns im GC Am Sachsenwald statt. Unsere Mannschaft konnte entspannt auf die Runde gehen, 30 Punkte Vorsprung sollten reichen. 
Alle waren hoch motiviert, ging es doch um den Aufstieg in die höchste Spielklasse A.
Wir spielten gegen folgende Clubs: GC Haseldorf, GC Sülfeld, GC Brunstorf, GC Förde Glücksburg.

Nur Haseldorf hätte uns theoretisch noch einholen können, die auf dem 2. Platz lagen. Aber Dank unseres sehr guten Spielergebnisses in Haseldorf und dem nicht genutzten Heimvorteil der Haseldorfer kam unser großer und schon recht komfortabler Vorsprung zustande.

Wir dagegen konnten unseren Heimvorteil nutzen und spielten mit der gleichen Erfolgsmannschaft wie in Haseldorf:
Claus Mänz-Siebje, Peter Hroch, Jürgen Bernsdorf, Erwin Hofer, Manfred Köhler und Frank Richter.

AK70B2 klein

Die Mannschaft spielte auf unserem Platz mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung und konnte unseren Punktestand noch weiter ausbauen.

Gesamtergebnisse (Brutto über CR):
1. Platz GC Am Sachsenwald 576,4
2. Platz GC Haseldorf 610,0
3. Platz GC Sülfeld 647,0
4. Platz Brunstorf 650,2
5. Platz GC Förde 767,0

Leider konnten wir Helmut Schmidt und Manfred Steckler nicht einsetzen, beide waren verletzt. Wir wünschen gute Besserung.

Unser Dank geht an unseren Trainer Lennart Optelaak, der uns über die Spielsaison bestens trainiert und vorbereitet hat. Wir werden uns für die Spiele in der Klasse A „warm anziehen müssen“, eine große Herausforderung.

Unsere zweite Mannschaft AK 70/2 hat den 2. Platz in der Klasse C4 belegt, herzlichen Glückwunsch zu diesem Erfolg.

Frank Richter

Ryder-Cup AK30 vs. AK50

Ryder Cup am Sachsenwald

30vs50 RC

Was hat der Ryder-Cup eigentlich mit den zwei länglichen Schoko-Keksen zu tun, die mal ganz ähnlich hießen? Eigentlich gar nichts - außer vielleicht, dass es hier um zwei Mannschaften geht, von denen am Ende aber nur eine was auf den, nicht unbedingt länglichen, Keks kriegt!

So geschehen dann auch am 12. Oktober bei uns im Club.

An diesem Samstag spielten die AK30 und die AK50 das legendäre Spiel des britischen Saatguthändlers Samuel Ryder nach.
Doch wofür die Profis drei Tage und 18 Löcher zur Verfügung haben, mussten wir uns mit einem Tag und 9 Löchern begnügen.
In einem angepassten Matchplay-Modus, und mit von David Wüpper nach den Gesetzen der speziellen Relativitätstheorie ausgeklügelten Nettovorgaben, wurden über drei Runden à 9 Löcher zunächst Bestball (4er), dann Klassisch (4er) und am Ende 12 Einzel gespielt.

In den zwei Pausen wurden die Energiereserven dann nach einem von Hans-Peter Voigt höchstpersönlich entwickelten Ernährungsplan mit bekömmlicher Sportlernahrung aus dem Hause Schwiecker aufgefüllt: Kuchen, Schweinebraten, Sauerkraut, Kartoffelsalat, Tsatsiki und viel Senf. Dazu wurde ein isotonisches Getränk namens Radeberger gereicht. Ein solches Catering könnte sicherlich bei der Titelverteidigung im Ryder-Cup 2020 für Europa den entscheidenden Unterschied ausmachen, falls jemand Pádraig Harringtons Telefonnummer hat ... Bliebe dann nur noch die Frage, ob ein HVV-Tagesticket für die Fähre nach Wisconsin ausreicht, denn irgendwie muss der Schwiecker-Laster da ja hinkommen ...

Kommen wir zurück zum Wesentlichen.

Der Tag endete mit einem Gleichstand - allerdings nur was Stimmung, Spaß und Spannung anging. Hier haben beide Teams sich die volle Punktzahl von 24 gesichert. Egal welches Ergebnis reingebracht wurde, Tränen flossen lediglich vor Freude oder fielen aus den Wolken im Himmel über uns, davon dann allerdings auch reichlich viele ...

Sportlich zeigten aber die von Anfang an dominierenden Senioren von übermorgen der Jugend von vorgestern, wer mehr Schokolade auf den Matchplay-Keksen hat - und siegten deutlich mit 13,5 zu 10,5 Punkten!

Tabelle breit Ohne Logo

Besonders in den Vierern spielten die ausgefuchsten 50er ihre Erfahrung aus und legten so den Grundstein für ihren Sieg. Da konnten die 30er mit ihrem anschließenden Lauf in den Einzelmatches das Ergebnis nur noch kosmetisch korrigieren.
Ob es ein gutes Omen für die AK50 gewesen ist, dass der gute Herr Ryder erst im Alter von 50 das Golfspielen begann? Wir wissen es nicht, die dazu befragte Astrologin hatte sich bis Redaktionsschluss nicht zurückgemeldet.

Kommen wir am Ende aber noch zu einem etwas ernsteren Thema: Die Dopingproben werden in den nächsten Monaten ausgewertet. Während sich die 30er gerüchteweise mit Red Bull und reichlich Zigaretten gedopt haben sollen, heißt es, dass bei den 50ern Doppelherz und Klosterfrau im Spiel gewesen sein sollen. Eine erste Analyse hat vorab ergeben: Auf Bier und Schweinebraten sind sämtliche Proben positiv gestestet worden.

...          P. Pieschke